Das Zahnen – auch „Dentition“ genannt – ist ein wichtiger Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes. Doch für Eltern kann diese Phase eine echte Geduldsprobe sein: unruhige Nächte, weinende Kinder und Unsicherheiten, was nun richtig ist.
In diesem Beitrag erklären wir, woran Sie erkennen, dass Ihr Kind zahnt, wie Sie es unterstützen können und wann ein Besuch beim Zahnarzt sinnvoll ist.
Wann beginnt das Zahnen?
In der Regel beginnt das Zahnen zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat. Manche Kinder bekommen jedoch schon mit 3 Monaten ihren ersten Zahn – andere erst mit einem Jahr. Die Reihenfolge ist meistens wie folgt:
- Untere Schneidezähne (Zahn 31 und 41),
- Obere Schneidezähne (Zahn 51 und 61),
- Seitliche Schneidezähne,
- Erste Backenzähne,
- Eckzähne,
- Zweite Backenzähne (um den 2. Geburtstag herum).
Bis zum dritten Lebensjahr sind in der Regel alle 20 Milchzähne durchgebrochen.
Welche Symptome deuten auf das Zahnen hin?
Nicht jedes Kind reagiert gleich auf das Zahnen. Häufige Anzeichen sind:
- Vermehrtes Sabbern,
- Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafprobleme,
- Kaudrang: Ihr Kind steckt ständig Finger oder Gegenstände in den Mund,
- Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch,
- Leichter Fieberanstieg (nicht über 38,5 °C),
- Wunde Haut im Mundbereich durch Speichel.
Wichtig: Hohes Fieber, starker Durchfall oder Hautausschläge sind keine typischen Zahnungssymptome – in diesen Fällen sollte ein Kinderarzt konsultiert werden.
Was hilft beim Zahnen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihr Kind während des Zahnens zu unterstützen:
Kauen lindert den Druck
- Beißringe (am besten gekühlt, aber nicht tiefgefroren!),
- Kühle Gemüsesticks wie geschälte Karotten oder Gurken (nur unter Aufsicht!).
Natürliche Hilfe
- Zahnungsgels mit Kamille oder Salbei (nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt oder Zahnarzt),
- Homöopathische Mittel – hier scheiden sich die Meinungen, sprechen Sie am besten mit Ihrer Fachpraxis.
Nähe & Zuwendung
Oft hilft nichts besser als Tragen, Kuscheln und Ruhe. Nähe wirkt beruhigend – auch auf schmerzende kleine Mündchen.
Wann sollte man zum Zahnarzt gehen?
Spätestens nach Durchbruch des ersten Zahns empfiehlt sich ein erster Besuch beim Zahnarzt – idealerweise im Rahmen der Frühuntersuchung (FU). Diese dient nicht nur der Kontrolle, sondern auch der Gewöhnung an die Praxisumgebung.
Auch sinnvoll:
- Wenn das Zahnfleisch stark geschwollen oder blutig ist,
- Bei auffälligen Verfärbungen oder Fehlstellungen,
- Wenn Zähne schief oder nicht durchbrechen.
Unser Tipp: Früh informieren, entspannt begleiten
Das Zahnen ist eine natürliche Phase – manchmal mühsam, aber auch ein Zeichen dafür, dass sich Ihr Kind gesund entwickelt. Mit etwas Geduld, den richtigen Hilfsmitteln und fachlicher Unterstützung meistern Sie diese Zeit entspannt.
Gerne beraten wir Sie in unserer Praxis zu sanften Zahnungshilfen und zur richtigen Pflege der ersten Zähnchen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für die Zahn-Erstuntersuchung Ihres Kindes!